DEEP – Professionalization identifiziert die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Professionalisierung von Lehrpersonen an Schweizer Volksschulen und analysiert unter welchen Bedingungen und mit welchen Voraussetzungen, eine entsprechende Weiterbildungsskultur etabliert werden kann.
Entwicklung einer nachhaltigen und gerechten Kultur der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften im digitalen Zeitalter
Das Projekt DEEP – Professionalization widmet sich der Frage, wie sich die digitale Transformation auf die Professionalisierung von Lehrpersonen in Schweizer Primarschulen auswirkt. Das Projekt untersucht die Erfolgsbedingungen und Hindernisse für eine Professionalisierung von Lehrpersonen in der Primarstufe im Kontext von Digitalisierung und Bildungsgerechtigkeit. Das Projekt erforscht die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse sowie die didaktischen Gestaltungsprinzipien für effektive und effiziente Weiterbildungsformate im Kontext der Digitalisierung.
Die Forschung zeigt, dass Kinder aus Haushalten mit Eltern, die das Aufwachsen mit Medien und Technologien aktiv unterstützen, weniger von negativen Folgen betroffen sind und besser von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren. Folglich besteht unter Forscher:innen, Praktiker:innen und politischen Entscheidungsträger:innen Einigkeit über die Notwendigkeit, in der Schule über und mit Medien und Technologien zu lernen (Caena & Redecker, 2019; Döbeli Honegger, 2016; Falloon, 2020; Fraillon et al., 2019), um diesen Herausforderungen zu begegnen. In der Schweiz und anderen deutschsprachigen Ländern deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass die digitalen Kompetenzen der Lehrkräfte sehr unterschiedlich sind und noch nicht vollständig als Kernkompetenz in die Schulen integriert sind (Prasse et al., 2017; Seufert et al., 2018). Diese Diskrepanz unterstreicht den wichtigen Bedarf an gezielten Weiterbildungsprogrammen, die darauf abzielen, die digitalen Kompetenzen der Lehrkräfte zu adressieren.
Im Rahmen des Projektes wird auch die Wirksamkeit aktueller Lehrpersonenfortbildungsprogramme bei der Förderung grundlegender digitaler Kompetenzen untersucht, einschließlich der Fähigkeit, digitale Konzepte, Fertigkeiten und Denkweisen im Klassenzimmer anzuwenden. Die Gestaltung dieser Fortbildungsprogramme, insbesondere der Online-Materialien, spielt eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung kognitiver, emotionaler und motivationaler Prozesse, die für die Förderung der Selbstregulierung und der Kompetenzentwicklung von Lehrpersonen entscheidend sind (Ahmadi et al., 2023; Schneider et al., 2022).
Auf der Grundlage des IPRODiG-Modells (Irion et al., 2023), das Professionalisierung als Entwicklung von Kompetenzen in Bezug auf Überzeugungen, Werte, Ziele, Selbstregulierung und professionelles Wissen versteht, befasst sich das Projekt mit den folgenden Forschungsfragen:
Wie ist der aktuelle Stand der Professionalisierung Lehrpersonen in Bezug auf die Digitalisierung in der Schweizer Primarschule?
Welchen Bedarf haben Primarschullehrpersonen an Weiterbildungsthemen und -formaten?
Wie sollten Weiterbildungsangebote gestaltet sein, um professionelle Kompetenzen zur digitalen Bildung auf der Primarstufe zu fördern?
Wie kann die Professionalisierung von Lehrkräften mit Konzepten der Bildungsgerechtigkeit in Einklang gebracht werden?
Forschungsdesign und Methodik
Bestandsaufnahme des Weiterbildungssangebots: Systematische Recherche und Befragung von Akteur:innen, um eine Kartierung über bestehende Weiterbildungsangebote und vermittelte Kompetenzen zu erstellen.
Identifizierung von Weiterbildungszielen und -formaten: Erhebungen und Befragungen zur Ermittlung der benötigten Kompetenzen und der bevorzugten Weiterbildungsformate.
Erleichterung der beruflichen Kompetenzen: Experimentelle Studien, um zu testen, wie verschiedene Faktoren die digitalen Kompetenzen von Lehrpersonen beeinflussen.
Dissemination von Design-Empfehlungen: Workshops mit Interessenvertreter:innen zur Entwicklung und zum Austausch bewährter Verfahren für die berufliche Entwicklung.
Beitrag und Ausblick
Das Projekt trägt dazu bei, eine nachhaltige Kultur der Lehrpersonenprofessionalisierung zu etablieren, die den Anforderungen der digitalen Bildung gerecht wird. In Zukunft wird die Forschung untersuchen, wie sich diese Professionalisierungsbemühungen in der Unterrichtspraxis niederschlagen und Schweizer PrimarschülerInnen auf eine digitalisierte Welt vorbereiten.