Agents that Matter untersucht Akteur:innen und Strukturen, die den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis im stark dezentralisierten Schweizer Bildungssystem ermöglichen. Im Fokus stehen politische Entscheidungsträger:innen, Bildungsinfluencer:innen und der pädagogische ICT-Support (PICTS). Die Ergebnisse informieren die Entwicklung einer kontextsensitiven Transferstrategie des DEEP-Konsortiums.
Begleitforschungsprojekt des Koordinationsbüros zu Transfer, Kontext und Schnittstellenakteur:innen
Begleitforschungsprojekt zur digitalen Transformation im föderalen Bildungssystem der Schweiz
Die digitale Transformation an Schulen wird zunehmend als umfassender Transformationsprozess verstanden, der Organisations-, Unterrichts-, Personal- und Kooperationsentwicklung gleichermassen betrifft. Damit wissenschaftliche Erkenntnisse in diesem Prozess wirksam werden, braucht es Akteur:innen, die zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis vermitteln – sogenannte Schnittstellenakteur:innen.
Agents that Matter ist eine Begleitforschung auf Ebene des DEEP-Koordinationsbüros. Das Projekt untersucht, welche Akteur:innen im hochgradig dezentralen Schweizer Bildungssystem – mit seinen vier Sprachregionen, 26 Kantonen und rund 2'100 Gemeinden – für den digitalen Wandel relevant sind, welche Bedingungen ihre Wirksamkeit fördern oder behindern, und wie sich daraus eine kontextsensitive Transferstrategie für das Konsortium ableiten lässt.
Drei Teilstudien
Teilstudie 1 – Politische Entscheidungsträger:innen: Leitfadengestützte Interviews mit Vertreter:innen von Bildungsbehörden und Berufsverbänden identifizieren zentrale Einflussfaktoren auf die verschiedenen Kontextebenen sowie kontextübergreifende Schnittstellenakteur:innen.
Teilstudie 2 – Bildungsinfluencer:innen: Eine qualitative Inhaltsanalyse von Selbstbeschreibungen auf Instagram und LinkedIn untersucht, welche Themen Bildungsinfluencer:innen an ihre Follower:innen vermitteln und welche Rolle Social-Media-Communities für Vernetzung und Wissensvermittlung im Schulfeld spielen.
Teilstudie 3 – Pädagogischer ICT-Support (PICTS): Leitfadengestützte Interviews mit PICTS aus verschiedenen deutschsprachigen Kantonen beleuchten deren Funktion als Knowledge Broker zwischen digitalem Wandel und Schulentwicklung sowie die Bedeutung professioneller und informeller Netzwerke bei der Wissensaneignung.
Die Ergebnisse zeigen: Für den Wissenschafts-Praxis-Transfer sind weniger einzelne Akteur:innen entscheidend, als die Strukturen, in denen sie eingebettet sind – etwa kantonale Fachnetzwerke oder Communities of Practice. Daraus lassen sich Prinzipien für eine kontextsensitive Transferstrategie des Konsortiums ableiten: diversifizierte Transferformate, Ko-Design mit Schnittstellenakteur:innen, Nutzung von Kontextwissen und der gezielte Aufbau von Netzwerkinfrastrukturen wie Networked Improvement Communities (NICs).
Zu den Ergebnissen der zweiten Teilstudie erscheint demnächst ein Artikel:
Zwischen Lifestyle, Bildungspolitik und einer neuen Kultur des Teilens – Die Rolle der Schweizer Bildungsinfluencer:innen in den sozialen Medien (im Druck).
Weitere Artikel sind in Vorbereitung.

Nach ihrem Studium der Sprach- und Kommunikationswissenschaften sowie der Migrations- und Medienpädagogik in Marburg und Köln war Lea wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe für Medienpädagogik und Mediendidaktik an der Universität zu Köln. Von 2019 bis 2024 war sie Projektleiterin für digitale Lernmedien beim Lehrmittelverlag Zürich (LMVZ), wo sie die Digitalisierung von Lehrmaterialien für naturwissenschaftliche Fächer sowie für Medien und Informatik leitete. Darüber hinaus war sie für die Entwicklung eines neuen Lehrmittels für das Fach Englisch auf der Primarstufe zuständig.

Nach ihrer Ausbildung zur Primarlehrerin an der PH FHNW studierte Dominique anschliessend Erziehungswissenschaften an der Universität Zürich. In ihrer Doktorarbeit beschäftigte sie sich mit institutioneller Durchlässigkeit in gegliederten Bildungssystemen und Bildungsungleichheiten. Sie wirkte an grösseren Transitionsstudien mit (TRANSITION (PHZH), TIDES (PH FHNW), TREE (UNIBE)), wobei ihr Fokus auf der Koordination der Online-Fragebögen (Erhebungsmanagement) und der Projektkommunikation lag. Beim Infrastrukturprojekt TREE war sie zudem leitend an der Digitalisierung von Leistungstests in Erhebungssettings und Veröffentlichung solcher Daten beteiligt.
